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Brigitte Schlosser
Rousseaus „Émile ou de l'Éducation"
Ein Erziehungsentwurf aus produktiver Einbildungskraft Wissenschaftliche Beiträge aus dem Tectum Verlag: Philosophie, Band 5
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| Rousseaus erzieherisches Werk in neuem Licht, nämlich im Licht der „Logotektonik“. Brigitte Schlosser zeigt mittels der sog. „Logotektonik“, daß es sich bei Rousseaus „Émile oder über die Erziehung“ um ein außerordentliches Produkt reiner, nicht historischer Einbildungskraft handelt. Nicht zuletzt kann auf diese Weise die Bedeutung Rousseaus für unsere Gegenwart aufgezeigt werden.
Das Wesen des Menschen ist nur reiner produktiver Einbildungskraft zugänglich, keiner Erfahrung; und dieses Wesen hat Rousseau im Roman „La Nouvelle Héloďse“ gedichtet. Nur dieses kann ein Maßstab für eine Erziehung zur Menschlichkeit des Menschen sein, wie sie Rousseau im „Émile“ produktiv entwirft. Ein derart erzogener Mensch denkt und handelt nicht nur selbständig - das lernt er schon als Kind -, sondern er folgt konsequent seinem Gewissen - das lernt er in der Jugendzeit - und ist damit in der Lage, den anderen Menschen selbstbewußt zu lieben, d.h. mit einer Liebe, die die Instrumentalisierung dieses anderen nicht zuläßt. Um sich den Aufgaben in Familie und Staat stellen zu können, muß er als junger Erwachsener schließlich gelernt haben, daß für Mann und Frau verschiedene und doch gleichwertige Aufgaben zu erfüllen sind. Eindringlich warnt Rousseau hier vor der Nivellierung des Geschlechtsunterschieds, was verhindert, die Ehe als erfreulichste Gemeinschaft unter Menschen denken und daher erfahren zu können. Mit Blick auf Rousseaus „Du Contrat Social“ ist letztlich nur der menschliche Mensch imstande, der Welt bis in ihre politische Verfassung hinein ein humanes Angesicht zu geben. Ein Anliegen, das uns alle angeht. |
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