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Mario Baumann, Daniela Matzner, Sebastian Matzner und Yvonne Nowak
Wo die Liebe hinfällt... AMORalische Liebeskonzeptionen in der europäischen Geistesgeschichte
Beiträge des 1. Gießener Studierendenkolloquiums vom 15.-16.7.2005 Beiträge des Gießener Studierendenkolloquiums, Band 1
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| Die Wortbildung ‚AMORalisch‘ erlaubt es, ausgehend von der Liebe ein Feld zu eröffnen, das auf engste mit dem Bereich der Moral verknüpft ist und in das sowohl die Sexualität als auch die Erotik eingebettet sind. Der Begriff des ‚AMORalischen‘ bietet damit den Vorteil, ein Themengeflecht zu fokussieren, das die drei autonom zu denkenden und doch vielfach ineinandergreifenden Bereiche der Liebe, der Sexualität und der Moral miteinander verbindet. Anhand des ‚AMORalischen‘ können daher sowohl die Interdependenzen der drei benannten Bereiche als auch deren jeweilige Konstituierung verfolgt werden. Damit lenkt das ‚AMORalische‘ in besonderer Weise den Blick auf die historisch je eigenen und d.h. differenten Konfigurationen von Liebe, Sexualität und Moral, die sich im Laufe der europäischen Zivilisation herausgebildet haben. Der Band versammelt die Ergebnisse eines am 15. und 16. Juli 2005 in Gießen erstmalig von Studierenden für Studierende aller Fachbereiche organisierten Kolloquiums zum Thema “Wo die Liebe hinfällt... – AMORalische Liebeskonzeptionen in der europäischen Geistesgeschichte”. Die Tagung wurde von der “Initiative Gießener Studierender zum Erwerb interdisziplinärer Schlüsselqualifikationen” (IGNIS) im Gästehaus der Justus-Liebig-Universität ausgerichtet. IGNIS hat es sich zum Ziel gesetzt, die Vernetzung der unterschiedlichen Fachbereiche auf Studierendenebene zu fördern. Dabei will sie Studierenden komplementär zum Studienbetrieb die Möglichkeit geben, wissenschaftliche und kommunikative Arbeitstechniken wie die Ausarbeitung und das Halten eines Vortrags sowie die Verteidigung der eigenen Thesen in der Diskussion einzuüben und Erfahrungen im Bereich Publikation zu erwerben. Dieses Projekt war natürlich nicht losgelöst von den aktuellen hochschulpolitischen Prozessen. Vieles von dem, was IGNIS zur Organisation und Durchführung dieses Kolloquiums motiviert hat, sehen wir durch die gegenwärtigen Umbrüche gefährdet. Neben den allgegenwärtigen Mittel- und Stellenkürzungen ist es vor allem die Umstellung auf Bachelor- und Masterstudiengänge, die eine grundlegende Umgestaltung des universitären Studiums in seinem Charakter und seiner Zielsetzung bedeutet. Auch in Zeiten der Umstrukturierung des Hochschulbetriebs sollten weder der selbstständig arbeitende Studierende durch den bloß zu belehrenden Hochschüler, noch in Diskussionen gewonnene Gedankengängen durch abprüfbares Faktenwissen ersetzt werden. So erhoffen wir uns neben sicherlich zu begrüßenden Neuerungen und Entschlackungen des universitären Systems vor allem eine Intensivierung des Austausches zwischen Lehrenden und Studierenden, um eine produktive und zugleich anregende Kommunikationssituation zu erhalten und zu fördern. Im Hinblick auf diese einschneidenden Veränderungen wollten wir mit unserem Kolloquium zeigen, daß auch und gerade von Studierendenseite hohes fachliches Niveau, selbständiges, gleichwohl angeleitetes Arbeiten und Diskutieren wesentlich zu dem gehören, was Universität bedeutet. Diese Position zum Ausdruck zu bringen und zugleich selbst mitzuwirken, dieses Konzept von Studium und Universität neu zu verwirklichen, war bei dieser Tagung unser Anliegen. |
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